Da man sich bei der Mediation seinen Mediator selbst aussuchen kann, sollte man von diesem Wahlrecht auch Gebrauch machen und schauen, ob der Mediator zu einem persönlich passt und man davon ausgehen kann, ob er in der Lage ist, den zu lösenden Konflikt auch entsprechend zu bearbeiten. Für letzteres kommt es schon darauf an, dass der Mediator auf dem Gebiet, auf welchem der Konflikt entstanden ist, gewisse Fachkenntnisse hat. Aus diesem Grunde möchte ich Ihnen im Folgenden meine Qualifikationen und meine berufliche Laufbahn näher bringen. Allerdings ist auch die Persönlichkeit des Wirtschaftsmediators von erheblicher Bedeutung, da man in solch einem Verfahren Vertrauen aufbauen muss und eine Beziehung zum Mediator von beiden Parteien hergestellt werden sollte. Aus diesen Gründen erlaube ich mir, Ihnen auf dieser Seite auch mehr über mein Privatleben näher zu bringen. Ich meine auch, dass dies schon aus diesem Grunde interessant ist, da man eine größere Mediation nicht innerhalb von einigen Stunden erledigt, sondern eventuell bei einer umfangreichen Wirtschaftsmediation schon mal einen Zeitraum von zwei bis höchstens drei Tagen einplanen sollte und dann kann man viel erreichen, wenn man die Gespräche in einem unverfänglichen Rahmen führt. Hierzu eignen sich die verschiedensten Aktivitäten, die vielleicht zu einer ungezwungenen Atmosphäre beitragen.
Ich kann Ihnen also mitteilen, dass ich mich seit meiner Schulzeit bis ca. zu meinem 36. Lebensjahr sehr stark dem Reitsport verschrieben hatte. Wir hatten immer Pferde in unserer Familie. Als Schüler und Student bin ich Dressur geritten. Dies habe ich zusammen mit meinem Bruder und großer Unterstützung meiner Eltern getan. Ich konnte mit zwei Pferden bis in den Niedersachsenkader der jungen Reiter gelangen und an Dressurprüfungen bis hin zur Klasse S, Intermedier, erfolgreich teilnehmen. Während des Studiums wechselte ich dann das Lager und sattelte um auf die Vielseitigkeitspferde und bevorzugte mithin das Gelände und die Rennbahn. Dank der guten reiterlichen Ausbildung in der Dressur stellte sich hier der Erfolg auf den Turnierplätzen etwas schneller ein und ich konnte mit einem irischen Hunter an großen Prüfungen wie Lumühlen- und Waregem (Belgien) und an den Europameisterschaften der ländlichen Reiter in Österreich teilweise erfolgreich teilnehmen. Mit einem weiteren selbst ausgebildeten Pferd konnte ich ein weiteres mal Lumühlen (deutsche Meisterschaft der Senioren) reiten, ebenso wie Bokelo in Holland.
Mittlerweile habe ich das Reiten aufgegeben, da Familie und Beruf den notwendigen Zeitaufwand nicht mehr zuließen. In dieser Zeit habe ich dann wieder mit dem Tennisspielen begonnen, was ich in meiner Jugend schon hobbymäßig erlernt hatte und spiele seitdem in unserer Seniorenmannschaft des heimischen Tennisclubs.
Um die Freizeitaktivitäten mit der Familie wahrnehmen zu können, habe ich mich dann dem Golfsport zugewandt, den ich mit großem Vergnügen mit Frau und Kind betreibe, jedoch ausschließlich aus reinem Spaß heraus, was das Handicap von 32,5 verdeutlich.
Da ich in meiner Jugend auch einmal den Segelschein gemacht habe und mit der Jagdhornbläsergruppe Hameln-Pyrmont die deutschen Meisterschaften gewonnen habe, gibt es genügend Gesprächsthemen und Aktivitäten, die man nutzen kann, um bei größeren Mediationen die einführenden Gespräche und auch die Gespräche am Abend eines langen Mediationstages gemeinsam im lockeren Rahmen zu führen und hierbei vielleicht die notwendigen, letzten noch vorhandenen Barrieren „einzureißen“.
Aber nicht nur Sport und andere Hobbys formen die Persönlichkeit, auch die Familie spielt eine wichtige Rolle. Ich bin seit 1989 verheiratet und habe einen Sohn, geboren im September 1996. Meine Frau habe ich durchs Reiten in Münster kennen gelernt. Sie hat Kunst studiert und betreibt einen florierenden Antiquitätenhandel.
Meine schulische, berufliche Laufbahn muss ich selbstverständlich auch skizzieren, da die Fachkenntnis für eine Mediation schon wichtig ist.
Ich bin in Einbeck geboren, habe dort das Gymnasium besucht und mein Abitur abgelegt. In der Schulzeit habe ich für ein Jahr an einem Schüleraustausch teilgenommen. Während dieser Zeit war ich in den USA / Kalifornien. Nach der Schule habe ich in Lüneburg, Schliefenkaserne, meine Bundeswehrzeit absolviert und habe dann in Würzburg mit dem Studium der Rechtswissenschaften begonnen. Das Studium habe ich in Münster fortgesetzt und beendet. Während der Referendariatszeit in Paderborn war ich drei Monate in Paris in einer Anwaltskanzlei und habe dann nach Abstehen des zweiten Staatsexamens 1991 meine eigene Anwaltskanzlei in Perleberg gegründet.
Ich habe mich recht schnell auf dem Gebiet des Baurechts spezialisiert und bin dementsprechend Mitglied der ARGE Baurecht des DAV und habe meinen Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht ebenso abgelegt wie den für das Rechtsgebiet Verwaltungsrecht.
Da ich stark daran interessiert bin, Konflikte schnell, kostengünstig und vor allem interessengerecht zu lösen, habe ich zunächst die Ausbildung zum Schiedsrichter und Schlichter an der Schlichtungs- und Schiedsordnung für Baustreitigkeiten (SOBau) des DAV absolviert. Dies habe ich dann letztendlich durch die Ausbildung zum Wirtschaftsmediator an der IHK zu Leipzig ergänzt.“
Wolf Quensell